Johannes Kepler Symposium für Mathematik

Im Rahmen des Johannes-Kepler-Symposiums für Mathematik wird ao.Univ.-Prof. Dr. Harald Iro, Institute for Theoretical Physics, JKU Linz, am Wed, April 2, 2003 um 17:00 Uhr im HS 10 einen öffentlichen Vortrag (mit anschließender Diskussion) zum Thema "Das Einsteinsche Relativitätsprinzip und die physikalischen Gesetze" halten, zu dem die Veranstalter des Symposiums,

O.Univ.-Prof. Dr. Ulrich Langer,
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Larcher
A.Univ.-Prof. Dr. Jürgen Maaß, und
die ÖMG (Österreichische Mathematische Gesellschaft)

hiermit herzlich einladen.

Series A - General Colloquium:

The intention is to present general information not only to experts, but also to students and guests from outside the mathematical institutes.

Das Einsteinsche Relativitätsprinzip und die physikalischen Gesetze

Physikalische Gesetze sind Summen von Erfahrungen. Sie haben die Form von Gleichungen, welche ausgewählte Charakteristika - die physikalischen Größen - in Beziehung setzen. Die Messung dieser Größen erfolgt durch Beobachter (Experimentatoren) in einem Bezugssystem, z.B. in einem festen Punkt auf der Erde. Ändert sich das Bezugssystem der Beobachter - befindet sich das Labor in einem fahrenden Zug oder in einer um die Erde kreisenden Raumstation - dann ist zu klären, wie die Beziehungen im neuen Bezugssystem aussehen, bzw. welche Gesetze ihre Form behalten. Um den Status eines fundamentalen physikalischen Gesetzes zu erlangen, muß eine solche Beziehung eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzen.

Eine vorrangige Forderung ist die Unabhängigkeit der Beziehung vom Bezugssystem. Ausgehend von der Universalität der Lichtgeschwindigkeit, sondert das Einsteinsche Relativitätsprinzip ein Äquivalenzklasse von Bezugssystemen, die Inertialsysteme, aus. Beim Wechsel zwischen zwei Inertialsystemen ergeben sich Anforderungen an die Transformationseigenschaften der physikalischen Größen und an die Form physikalischer Gesetze. Dabei entstehen auch - automatisch - die "paradoxen" Effekte der Längenkontraktion und der Zeitdilatation. Die Maxwellschen Gleichungen haben in allen Inertialsystemen dieselbe Form; vereinfachend kann man daher sagen, daß elektromagnetische Vorgänge von vornherein dem Relativitätsprinzip genügen.